Freiraum.Sommer.Löbtau / Wohnzimmer Stadt

Stadtnaturprojekt und Sommerlochfüller

Begriffe wie „Urban Farming“ oder „Guerilla Gardening“ dürfte einigen von euch schon einmal zu Gehör gekommen sein. Das ist in vielerlei Munde und wird in sämtlichen Städten unterschiedlichst organisiert durchgeführt. Die Intention ist dabei meist dieselbe: Aufwertung des Lebensumfelds durch gemeinschaftliches oft nicht ganz legales
Gärtnern im urbanen Raum. Das gibts auch schon in Löbbe! Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen hat aber schon Erträge gebracht. Saftige Tomaten, delikate Kräuter und ein lauschiges Plätzchen unterm Kirschenbaum. Sowas ist eben nicht nur durch Eintritt in einen Kleingärtnerverein möglich.

Hin und wieder liest man in der Tageszeitung von skandalös nächtlich gesähtem Unmut in Form von Pflänzchen an den ungewöhnlichsten Orten. Da wurde Pflaster rausgerissen und dann was eingepflanzt, auf dem Dresdner Postplatz kämpfte Olaf Schubert um sein Blumenklo oder Polizeigroßaufgebote mussten mobilisiert werden, weil im Kreisverkehr plötzlich der Hanf sprießt. Und das in den bravsten Kommunen. Dabei sind doch die chlorophyllhaltigen Zeitgenossen die friedlichsten, die wir auf Erden haben. Wir finden sowas gut und reihen uns in diese Bewegung ein.

Gerade im Sommer ist man besonders gern Draußen. Klaro, is ja warm. Doch als Städter ist das oft nicht so die Messe. Stadt ist voll mit Häusern, Straßen, Fahrzeugen und Menschen. Nix gegen Menschen, aber man will sich ja auch mal entspannen. Vielleicht Sonne tanken, Grün genießen. Stadt ist nun aber mal eng, laut, kantig, dreckig und so gar nicht beruhigend. Wohnt man nicht gerade auf dem Land, sondern aus Gründen der
Praktikabilität in einem Ballungsraum der Interessen und Beschränkungen, hat mans wie auch in Löbtau nicht gerade herausragend schön, im Sinne der Erholung. Gehste in Park dann, für Spielplatz biste ja zu alt, muss reichen. Fährste ins Grüne, wenn du Zeit und Muße hast, okay. Alle wollen zurück zur Natur, nur keiner zu Fuß. Der Laubenpieper hats schon besser: In der Sparte gibts Idylle im Quadrat. Japanischer Garten, Wildgarten, Schrebergarten – Jeder hat seins. Meistens jedoch: Beet, Bier, Zaun, Zwerg – alles geordnet. Zumindest die Nachbarn. Und dann die Vereinsmeierei. Entspannung – Semi, Gärtnern – Reguliert, Aufwand – Hoch. Das dazu. Was macht man noch so Draußen? Sport. Allerlei Disziplinen lassen sich einfach, allein oder zu vielt, ohne gro-ßen Aufwand überall betreiben. Braucht man nur ein bisschen Platz. Man möchte ja auch keinen stören. Oft auch nicht so das Wahre im Beton. Okay, nun stell dir vor, es ist Sommer und keiner
kann so richtig hingehen, weil eben die Möglichkeiten nicht so dolle sind. Helfen wir uns selbst!

Zwischen Straße und Haus ist auch ab und zu mal Platz. Weil da kein Haus mehr steht oder noch nie eines stand. Ist es kein Parkplatz, dann ist es oft eine Brachfläche. Platz aka Frei und Platz aka Raum. Ist Freiraum. Und was machen wir damit? Alles mögliche! Wir haben da mal was vorbereitet. Im Winter 2010 haben wir bei der EU n bisschen Kohle beantragt um Möglichkeiten zu schaffen, den städtischen Sommer etwas zu verschönern. Unweit eurer Haustüren werden wir uns zusammen ein paar Freiräume aneignen um sie zu Erlebnisräumen umzuwandeln. Wenn auch nur für kurze Zeit. Was dabei herauskommt, hängt davon ab, wer sich wie einbringt und das alles unter einen Hut gebracht werden kann. Wir können Material besorgen, euch fachlich ein wenig unterstützen und geben mit begleitenden Veranstaltungen ein wenig Inspiration dazu. Macht mit beim Freiraumsommer Löbtau!

Continuing in summer 2012!

Rücblick Aktionen 2011
01/05 – Überflug 2 Stadtspaziergang
25/05 – Freigrillen & Electroshit
28/05 – Columbusstraßenfest
06-13/06 – Mein Garten-Bauwoche
07/07 – Spontane Matinee
17/07 – Siebzehnter
20/08 – Unkraut.Salon
28/08 – Überflug 3 Stadtspaziergang